Der Kanton Zürich plant für Wachstum, doch die Realität sieht anders aus: Strenge Vorschriften und hohe Risiken bremsen den Wohnungsbau. Wie können wir die Hürden abbauen und bezahlbaren Wohnraum schaffen?

Vorschriften-Dschungel - Wohnraum schaffen - Innere Verdichtung

Die Mieten steigen, Wohneigentum wird in der Stadt und der Umgebung immer teurer. Der Kanton Zürich wird gemäss Prognosen bis 2045 um etwa 450'000 Einwohner auf rund zwei Millionen wachsen. Der Kanton hat einen Plan, wie er wachsen will. Aber die Realität sieht anders aus.
Wer Grundstück oder Liegenschaften besitzt und mit dieser Wachstumsprognose rechnet, müsste sich die Hände reiben und sofort in Neubauten oder Umbauten investieren. Die Bautätigkeiten der letzten Jahre waren jedoch weit weg von den Plänen. Und das hat nichts mit Fachkräftemangel oder Personalmangel zu tun. Ich sehe in diesem Fall ganz klar den Staat mit seinen Ämtern in der Pflicht. Es gibt immer mehr Vorschriften, Richtlinien und Gutachten, die verlangt werden. Dadurch wird das Risiko für Investoren und Bauherren so hoch, dass sich der Aufwand nicht mehr lohnt. Ausserdem gibt es das Risiko von Einsprüchen, von einer "wachstumsmüden Bevölkerung" oder von Verbänden wie dem Heimatschutz. Und wenn ein Bauprojekt fertig ist, will der Staat gleich bestimmen, wie viele Wohnungen zu "bezahlbaren" Preisen vermietet werden sollen. Zusätzlich verlangen viele Städte und Gemeinden neben den üblichen Anschlussgebühren zusätzliche Gebühren für neue Aufzonungen. Man kann feststellen, dass wenn der Nachbar baut, ist es immer etwas anderes als wenn in einer anderen Quartier oder Gemeinde verdichtet werden muss.

Ich möchte noch etwas loswerden: dem angestrebten masslosen Wachstum muss auf nationaler Ebene Einhalt geboten werden. Ein Wachstum auf eine 10 Millionen Schweiz kann mit den heutigen Strukturen und Bautätigkeiten gar nicht in einer von uns gewünschten Qualität erreicht werden. Trotzdem ist es wichtig und richtig, dass der Kanton Zürich mit einem weiteren Wachstum weiterplant. Im besten Fall, trifft dieses Szenario nicht ein! Falls aber doch, sind wir in gewohnter Schweizermanier darauf vorbereitet.


Zurzeit ist es jedoch das Papier nicht wert, auf dem es steht!


Wachstum auffangen braucht nicht nur Zeichnungen und Linien in einem Plan. Es braucht vor allem weniger Vorschriften und Richtlinien, die das Bauen wieder erleichtern. Es soll sich für Bauherren und Investoren wieder lohnen, ein abschätzbares Risiko einzugehen. Nur so können wir Wohnraum schaffen und das geplante Wachstum auffangen.

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