Der Fachkräftemangel trifft die KMU hart – doch der Staat stellt munter weiter ein. Während Betriebe händeringend Personal suchen, wächst die Verwaltung ungebremst. Warum gibt es keine klaren Zahlen dazu, und wie kann diese Entwicklung gestoppt werden?
Fachkräftemangel versus Wachstum im Staatspersonal
Das Thema Fachkräftemangel ist derzeit in aller Munde. Insbesondere das Gewerbe im Kanton Zürich ist von einem akuten Personalengpass betroffen. Die sogenannte Lohnspirale und die zusätzlichen "Benefits" die geboten werden, dreht sich immer schneller in die Höhe. Die Frage, die sich stellt, ist, welche Massnahmen der Staat und die öffentlichen Betriebe ergreifen.
Sie stellen kontinuierlich weiteres Personal ein. Effizientere Arbeitsmethoden oder die Verschlankung von Prozessen sind nicht in Sicht, und die Modernisierung und Effizienzsteigerung durch die Digitalisierung treiben das Personalwachstum beim Staatspersonal weiter an. Spätestens jetzt sollte es jedem klar sein, dass dieser Weg in die Sackgasse führt...
Aber kommen wir zu den Fakten:
Wer sich den konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan 2024 - 2027, den sogenannten KEF zu Gemüte führt, staunt nicht schlecht. Ist doch gegenüber der Rechnung 2022 zum Plan 2024 ein Stellenwachstum von 1'354.1 geplant und zum grossen Teil schon umgesetzt. Auf Nachfrage, ob es Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung gebe, wurde mitgeteilt, dass alle Stellen besetzt seien. Dies ist erstaunlich, da die Besetzung von Stellen in KMUs häufig mehrere Monate, in manchen Fällen sogar fast ein Jahr dauert. Es stellt sich die Frage, ob der öffentliche Sektor möglicherweise Fachkräfte von den KMUs abzieht. Dazu wollte ich noch einige Zahlen vom Amt für Statistik des Kantons Zürich zusammenstellen. Nach mehrstündiger Recherche und Nachfrage beim Amt für Statistik wurde ich an das Bundesamt für Statistik weitergeleitet, wo diese Zahlen erhoben werden. Gemäss dieser Statistik waren im Jahr 2021 rund 83'162 Personen im öffentlichen Sektor im Kanton Zürich angestellt. Mir wurde mitgeteilt, dass diese Zahlen nicht erhoben werden, was ich nicht für möglich hielt. Daher stellt sich die Frage, ob dort tatsächlich keine Kennzahlen zu beschäftigtem Staatspersonal vorliegen (inklusive den Gemeinden), die eine Gegenüberstellung von angestellten Beschäftigten in den Unternehmen ermöglichen.
Mein Fazit: wer die Kennzahlen nicht erfasst, muss diese auch nicht rechtfertigen!
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist aus meiner Sicht eine personelle Entschlackungskur des Staates erforderlich. Dies kann nur durch mehr Eigenverantwortung jedes Einzelnen und weniger Staat für alle erreicht werden.